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In der rue du Saint-Esprit, direkt im Herzen der Altstadt gelegen, wurde das Historische Museum der Stadt Luxemburg 1996 eröffnet.

Es zeigt eine ständige Ausstellung sowie auch regelmäßige Wechselausstellungen, die auf originelle Weise die mehr als eintausendjährige Geschichte der Hauptstadt des Großherzogtums Luxemburg in ihrem europäischen Kontext erlebbar machen.

Schutz und Erhalten der historischen Bausubstanz wird von der Stadt Luxemburg als eine der vorrangigsten Aufgaben angesehen. Diese Erwägungen haben die Wahl des Standortes des Museums beeinflusst. Das Museum ist in vier ehemaligen Bürger- und Patrizierhäusern untergebracht, die im 17., 18. und 19. Jahrhundert erbaut wurden und deren Grundmauern teilweise bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Eine archäologische Untersuchung während des Museumsbaus hat dazu beigetragen, die Baugeschichte der Häuser besser zu verstehen. Ihre Resultate haben die innere und äußere Gestaltung des Museums bereichert. So wie die Stadt Luxemburg vom Gegensatz zwischen Ober- und Unterstadt geprägt ist, besticht das Museum durch seine Vertikalität, die in die Struktur des Museums übertragen wurde, das acht Stockwerke umfaßt, von denen sechs den Besuchern zugänglich sind.

Das Museum besteht aus zwei Bereichen: die unterhalb des Eingangsbereiches der Rue du Saint-Esprit gelegenen Ebenen 0, 1 und 2 dokumentieren die materielle Geschichte der Stadt (bauliche Entwicklung seit dem 10. Jahrhundert, wirtschaftliche Aktivitäten, Kunst, Religiosität, etc.), während die oberen Etagen (3, 4, 5) Wechselausstellungen vorbehalten sind.
Die Sammlungen des Museums illustrieren die Vergangenheit der Stadt, im Hinblick auf drei wesentliche Etappen: die Stadtwerdung, die alte Residenzstadt, sowie die nationale und später europäische Haupt- und Verwaltungsstadt.
Das Museum zeigt mehr als 1000 Objekte, die durch ein Multimedia-System ergänzt werden. Dieses interaktive System bietet dem Besucher die Gelegenheit, das Museum nach eigenem Geschmack zu entdecken, chronologisch oder thematisch, indem er die Terminals benutzt, die in den Ausstellungsräumen der ständigen Ausstellung zur Verfügung stehen.

Ein sehr konkretes Beispiel der gelungenen Anpassung alter Architektur an ein modernes Umfeld ist der vollständig verglaste Panorama-Lift, der das Museum auf seiner gesamten Höhe durchquert und dem Besucher einige außergewöhnlich schöne Ausblicke gewährt. Mit seinen 18 m2 ist dieser hydraulische betriebene Aufzug eigentlich ein Raum für sich, 65 Personen finden darin Platz. Durch die reduzierte Geschwindigkeit und die Glaswände hat der Besucher die Möglichkeit, in den unter Tage gelegenen Ebenen die Felswand zu betrachten und aus den oberen Stockwerken das Panorama über den «Grund» und das «Rham-Plateau» zu bewundern. Dadurch, dass alle Schichten der jahrhundertelangen Stadtentwicklung vor Augen geführt werden, kommt die Aufzugfahrt einer Durchquerung von über eintausend Jahren Geschichte in wenigen Minuten gleich.

City of Culture Award 2007
European Museum of the Year Award 1998, Mention spéciale

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